DANIEL EIGENHEER

EIN TAG IM LEBEN VON …

… DANIEL EIGENHEER, KELLERMEISTER DER VILLA CAVICIANA

Wer schon einmal ein italienisches Landgut besucht hat, kennt die geschäftige Atmosphäre, die dort das ganze Jahr über herrscht. Bei Villa Caviciana ist das nicht anders: Es gibt immer viel zu tun, und viele Menschen tragen dazu bei, dass die Produktion der Weine, des Olivenöls und der Feinkost auf das Beste gelingt. Die Mitarbeiter machen den Unterschied. Sie sind die Seele der Fattoria. Wir stellen sie Ihnen in unserer Reihe „Ein Tag im Leben von …“ persönlich vor.

Will man den Winzer und Kellermeis- ter von Villa Caviciana persönlich treffen, sollte man sich am besten mit ihm verabreden, denn Daniel Eigenheer ist den ganzen Tag auf dem Landgut unterwegs: mal im Keller oder der Cantina, mal im Weinberg oder im Büro. Und genau diese Abwechslung ist es, die er an seinem Beruf so liebt.

TYPISCHER TAGESABLAUF? FEHLANZEIGE.

„Es gibt keinen klassischen Arbeitsablauf, jeder Tag ist anders“, erzählt der 51-Jährige lachend. „Wir folgen, wie alle landwirtschaftlichen Betriebe, dem Lauf der Natur und richten uns nach dem, was Jahreszeit und Wetter uns vorgeben.“ So steht zum Beispiel in der kalten Jahreszeit, wenn die Reben nicht im Saft stehen, der Rebschnitt an.

Eine sehr wichtige Arbeit in den Weingärten, denn so kann Daniel Eigenheer mit seinen Mitarbeitern in Handarbeit die Grundlage für gesunde und ertragfähige Stöcke legen und den Ertrag zugleich steuern. „Die Verringerung der Triebe an den Weinstöcken sorgt bei uns dafür, dass der Ertrag zwar niedriger ist, aber dafür die Qualität steigt“, erzählt er. Durch das Verjüngen erhält man einen hochwertigeren Wein, da sich die wertvollen Inhaltsstoffe auf weniger Trauben verteilen.

Zu Jahresbeginn und im Frühjahr steht der Kellermeister dann tatsächlich oft im Keller, denn die ersten Weine wollen auf die Flasche gebracht werden. Zuvor überprüft das Team mit Fassproben und Analysen immer wieder, wie weit der Wein gereift ist. Und wenn nicht gerade gefüllt wird, ist es Zeit, sich um die Böden im Weinberg zu kümmern. Denn bevor die Trauben am Stock in der Sonne reifen werden, braucht es einen gelockerten und nährstoffreichen Boden, um optimale Bedingungen für die Reben zu schaffen.

36 JAHRE PASSION FÜR WEIN

„Langweilig wird uns nicht“, schmunzelt Daniel Eigenheer, der nach seiner Ausbildung als Winzer und Weinküfer in den verschiedensten Betrieben im In- und Ausland gearbeitet hat. Schon seit 36 Jahren arbeitet er in seinem Beruf, davon acht Jahre bei Villa Caviciana.

Was ihn zu seiner Berufswahl gebracht hat? „Das waren die Eltern“, verrät er. „Die haben in meiner Jugend viel entschieden. Außerdem hatten meine Großeltern eine kleine Landwirtschaft.“ Dankbar ist er heute, dass ihn sein Weg in einen Beruf geführt hat, der so viel mit Natur und Genuss zu tun hat.

Bei der Arbeit auf dem Landgut motiviert ihn besonders, dass er Verantwortung tragen und die Philosophie des verstorbenen Gründers Fritz Metzeler weiterführen kann. Zudem muss er als Kellermeister akkurat sein. Jeden Tag aufs Neue plant er die Tätigkeiten für seine sieben Mitarbeiter, weist sie ein und organisiert alle Materialien, die für den Betrieb in den Weingärten und im Keller nötig sind. Denn wenn Korken oder Flaschen fehlen, wird es eng.

ADMINISTRATION GEHÖRT DAZU

Der administrative Part bei seiner Arbeit als Kellermeister ist nicht zu unterschätzen. Am aufwändigsten ist die Registrierung der verarbeiteten Weine, ein Arbeitstag im Keller hat somit einige Stunden am Computer zur Folge, da die Weinbewegungen alle erfasst und nachvollziehbar dokumentiert sein müssen.

Seit 2018 müssen alle Bewegungen im Keller auch telematisch erfasst werden und dann an die italienische Kontrollbehörde SIAN gemeldet wer- den. Diese Tätigkeit wird von einem externen Prüfer umgesetzt und kontrolliert. Daniel Eigenheer erzählt: „Aufgrund dieser Vorgehensweise müssen wir eigentlich immer mit Kontrollen rechnen. Das ist dann für uns sehr zeitaufwändig.

Er muss zudem die Deklarationen auf den Etiketten seiner Weine immer fest im Blick haben. Denn eine Falschdeklaration, zum Beispiel bei den verwendeten Rebsorten im Wein, kann im schlimmsten Fall Strafen durch die Kontrollbehörden nach sich ziehen. Dass diese Büroarbeiten nicht zu seinen Lieblingsaufgaben zählen, liegt da nur nahe.

DIE ZUKUNFT LIEGT IN ITALIEN

Als Daniel Eigenheer 1992 mit seiner Familie von der Schweiz in die Toskana auswanderte, ahnte er bestimmt nicht, dass er etwa 20 Jahre später der Kellermeister einer Fattoria im Latium sein würde. Seine weitere berufliche und private Zukunft sieht er auf jeden Fall hier. „In die Schweiz zurückziehen, so wie es Freunde von uns getan haben, kann ich mir nicht mehr vorstellen.“

Vielmehr hofft er, seinen Beruf weiter auszuüben, gesund zu bleiben und gemeinsam mit seiner Frau Susan Zeit für sein neues Hobby, das Harley fahren, aufwenden zu können. Und schließlich gibt es da noch Kinder und Enkel, von denen wir hoffen, dass sie seine Leidenschaft für guten Wein und Genuss eines Tages ebenso teilen. Denn gute Winzer und Kellermeister sind ein rares Gut.

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